Ein Blick zurück

Was genau hat man am Bellevue gefunden? Ein kurzer Abriss über den Hintergrund der Ausgrabungen.

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Unsere eigene Geschichte ist uns meist näher, als wir denken: Ein Sackmesser damals und heute. (©2010 Stadt Zürich)

In Zürich werden derzeit sehr unterschiedliche Gegenstände aus ganz verschiedenen Epochen ausgegraben. Die wohl bedeutendsten Funde stammen dabei aus der Zeit zwischen etwa 1000 und 5000 Jahren vor Christi Geburt  Für Archäologen und Historiker ist diese Zeit deshalb relevant, weil sich der Mensch in dieser Zeitspanne vom steinzeitlichen „Sammler und Jäger“ zum sesshaften Gemeinschaftswesen entwickelte. In diese Zeit fallen die Anfänge der europäischen Zivilisation.

Der Mensch, einst ein herumziehender Nomade der von der Hand in den Mund lebte, begann sich Techniken anzueignen, die ihm das Leben erleichterten: Statt auf der Suche nach Nahrung weite Wälder und Wiesen zu durchstreifen, machte er sich daran, den Boden zu bearbeiten und Tiere zu halten. Aus „Jagen und Sammeln“ wurde „Kultivieren und Halten“. Die neuartige Technik der Metallverarbeitung mit Feuer ermöglichte zudem die Herstellung von Werkzeugen, die dem Menschen dabei halfen, den Boden zu bestellen, Hütten zu bauen und Nahrung zu verarbeiten. Äcker, Herden und Werkzeuge mussten nun natürlich beschützt werden, und die einfachste Form von Schutz bot dem Menschen die Gesellschaft seiner „Artgenossen“: Die Menschen begannen sich in Gemeinschaften zu sammeln und gründeten feste Siedlungen.

Verborgene Schätze
Eine dieser Siedlungen befand sich am Zürichsee auf dem Gebiet des sich im Bau befindenden Parkhauses Opéra. Im Laufe der Jahrtausende wurden diese Siedlungen immer wieder überschwemmt, mit Ablagerungen bedeckt und verbaut. Viele Überreste blieben jedoch bis heute erhalten: Ein feuchter Boden konserviert die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren besser als ein trockener Untergrund. So können noch heute selbst organische Materialien wie Hölzer, Leder, Textilien und sogar Speisereste geborgen werden!

Anhand solcher Funde lässt sich etwa rekonstruieren, welche Materialien die Menschen kannten und verarbeiteten, welche Tiere sie hielten und was sie assen. Diese Erkenntnisse ermöglichen direkte Rückschlüsse auf die Entwicklung des Menschen und seiner Kultur – und damit auch auf unser Verhalten.

Von der Vergangenheit in die Zukunft
Schon bald werden die wichtigsten Funde geborgen sein und die Ausgrabungsstätte wird wieder zur Baustelle. Im Februar 2011 werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Das Parkhaus Opèra soll schliesslich im zweiten Quartal 2012 eröffnet werden.

Weitere Informationen

Noch mehr Informationen und zusätzliches Bildmaterial finden Sie auf der Homepage der Stadt Zürich.

 
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